Geist, Körper, rote Autos….

Das mit dem Denken und der Wahrnehmung ist ja so eine Sache. Schlauere Köpfe, als ich ich es bin, haben zahlreiche gute und weise Sprüche rausgehauen. Viele davon haben sich in mein Langzeitgedächtnis eingebrannt. Mein Lieblingsspruch wird Buddha zugeschrieben: „Alles, was wir sind, ist das Ergebnis unseres Denkens.“ Und meine Lieblingsnichte hat heute noch einen drauf gesetzt. Sie treibt viel Sport und ist emsig dabei, ihren Körper zu „optimieren“ – was sie dann auch bei Instagram dokumentiert. Heute hat sie als Bildunterschrift geschrieben: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut.“

Ich habe sofort in den Spiegel geguckt und mache mir seither große Sorgen um den Zustand meines Geistes.

Was ist mit meinem Geist los, dass er so einen Bierbauch formt….? Und wie kriege ich den dann wieder weg? Und wenn ich mir dann mal meinen Lieblingsspruch nochmal angucke: Was ist meinem Denken los, wenn ich festhalten muss, dass ich schleichend in ein Alkoholproblem gerutscht bin? Was sagt es über mein Denken, meine Geisteshaltung aus, dass ich immer und immer wieder die gleichen Erfahrungsschleifen durchlebe ? (schöne Grüße vom Murmeltier)…….

Und was hat das alles mit roten Autos zu tun?

Ihr kennt sicher den Effekt. Irgendjemand aus Eurem Bekanntenkreis oder Ihr selber bekommt bald ein Baby – und überall seht Ihr nur noch schwangere Frauen oder Männer, die einen Kinderwagen schieben. Ich habe vor langer Zeit mal überlegt, mir ein rotes Auto zu kaufen – in dieser Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, es fahren in ganz Berlin nur noch rote Autos durch die Gegend.

Gestern abend war ich in einem Club und habe den Abend mit „Krombacher 0,0“ genossen. Ich war überrascht, dass gefühlt die Hälfte aller Leute dort ebenfalls alkoholfreies Bier getrunken haben. So etwas wäre mir früher nie aufgefallen – ich hätte es nicht mal für möglich gehalten.  Und das scheint der Knackpunkt zu sein: Wir sehen nur Dinge, die wir erwarten und für möglich halten. Und unter anderem auch deshalb ist es sicher eine gute Idee, Alkohlfreiheit in der ersten Phase durch Gespräche und eine Therapie zu begleiten. Es geht auch darum,  sich Grundannahmen, Haltungen und Glaubenssätze anzusehen, die offenbar größten Einfluss auf die Art und Weise haben, wie wir die Welt wahrnehmen und die uns dazu bringen, uns selbst eine Realität erschaffen, die wir womöglich selbst gar nicht mehr in Frage stellen.

Und auch wahr ist: Wir können mit allem, was wir erreichen wollen, erfolgreich sein, wenn wir den Erfolg erwarten und für möglich halten. Gute Perspektive für ein alkoholfreies Leben.

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