„Absolute Kompromisslosigkeit ist fundamental, wenn man eine Sucht überwinden will. Wenn du einsteigst, erfasst sie unweigerlich alle Lebensbereiche. Was du isst, was du trägst, was du anschaust, mit wem du dich triffst, mit wem du schläfst, wie du deine Zeit verbringst.“

Dates ohne Drinks

Der Designer Rick Owens schläft in einem Bett aus weißem Marmor. Das ist ein bisschen melodramatisch, okay, aber es ist ein Statement, dass ich zu hundert Prozent nachvollziehen kann. I feel you, Rick.

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Am Samstag spielte mein Lieblingsfussballverein gegen den 1. FC Köln und es gab endlich mal wieder einen Heimsieg zu feiern. Feiern und Fußball – das war bisher immer mit Bier verbunden. Mit viel Bier. Der allseits akzeptierte „kalkulierte Rausch“ – wie ein Freund es ausgedrückt hat. Fußball und Bier scheinen zusammen zu gehören. Auf dem Weg ins Stadion begegnet Dir kaum ein männliches Wesen, ohne Bierflasche in der Hand. Die Bierstände vorm und im Stadion sind immer belagert – und in den langen Schlangen vor dem Zapfhahn entwickelt die zwischen-männliche Kommunikation ungeahntes Niveau. Und ich habe das immer geliebt. Vor dem Spiel und nach dem Spiel – und während des Spiels sowieso. Und: es gibt immer einen guten Grund noch ein Bier zu trinken: mal spült man den Frust über die schändliche Niederlage runter, mal feiert man feuchtfröhlich den verdienten Sieg. Und in der Ostkurve feiern sie schon während des Spiels – meistens sich selbst. Der Alkoholpegel beim durchschnittlichen Ostkurvenfan dürfte weit jenseits der medizinisch zulässigen Obergrenze liegen. Und das sieht man den Jungs auch an.

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Am 2. April 2018 habe ich das letzte Mal in meinem Leben Alkohol getrunken.

Ich hatte diesen Vorsatz schon oft gefasst – und es gab auch mehr oder weniger lange alkoholfreie Phasen – aber diesmal spüre ich tief in mir drin eine andere Sicherheit, ein gutes Gefühl. Das hatte ich das letzte Mal vor rund 15 Jahren, als ich das Rauchen eingestellt habe. Nach etlichen erfolglosen Versuchen wusste ich an diesem Tag: Das war die letzte Zigarette meines Lebens (ich war Kettenraucher und habe täglich 30 bis 40 Zigaretten geraucht.) Die Entscheidung war auf allen Ebenen meines Seins klar. Und ich hatte nie wieder das Verlangen eine Zigarette zu rauchen.

So gehts mir gerade mit dem Trinken.

Kurz zu meiner Person und zu meiner Geschichte:

Ich bin Mitte 50, komme aus Berlin. Ich habe überlegt, ob es schlauer wäre, hier unter einem Pseudonym zu schreiben. Das hat Gründe: Aufgrund meiner beruflichen Position kennen mich unglaublich viele Leute, ich stehe oft in der „1. Reihe“ und muss Verantwortung tragen. Viele Leute, mit denen ich zusammen arbeite, gucken sehr genau, was ich tue. Ich bin mir nicht bei allen sicher, ob sie das Wissen über vermeintliche Schwächen und persönliche Offenbarungen nicht irgendwann gegen mich verwenden. Es gibt auch in meiner Branche so einige A****löcher, die sich gern auf Kosten anderer profilieren und sich nicht scheuen auch „unter der Gürtellinie“ zu agieren, wenn es für sie Vorteile verspricht. Und ich habe mir in den letzten Jahren auch so einige Feinde gemact, die sich sicher freuen, wenn sie jetzt mal richtig schön zurückhauen können…..

Aber ich habe mich dann doch dafür entschieden, dieses Risiko einzugehen und meinen Weg hier öffentlich zu machen.

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